Einzelkritik: Goretzkas große Show gegen Mexiko

Einzelkritik: Goretzkas große Show gegen Mexiko

Von Jörg Strohschein

Leon Goretzka unterstrich mit seinem eindrucksvollen Auftritt gegen Mexiko im Halbfinale des Confed Cups, welch große Bedeutung er für die Nationalmannschaft künftig haben kann.

Marc-Andre ter Stegen

Marc-André ter Stegen (Tor): Bei den wenigen Distanzschüssen in der ersten Hälfte strahlte der 25-Jährige Ruhe und Sicherheit aus. Bei Flanken hatte er das richtige Timing und "fischte" die Kugel mehrfach vor den gegnerischen Angreifern aus der Luft. Tolle Fußabwehr gegen Giovani dos Santos nach einer halben Stunde. Hatte Glück, dass Chicharito aus kurzer Distanz über das Tor schoss. Gegen die von Minute zu Minute stärker werdenden Mexikaner war ter Stegen ein starker Rückhalt, der im zweiten Durchgang bis kurz vor dem Ende eigentlich nicht mehr benötigt wurde, weil die Mexikaner viel zu ungenau zielten. Beim Distanzschuss von Fabian war der deutsche Torhüter chancenlos, danach dann noch mit starken Paraden.

Marc-André ter Stegen (Tor): Bei den wenigen Distanzschüssen in der ersten Hälfte strahlte der 25-Jährige Ruhe und Sicherheit aus. Bei Flanken hatte er das richtige Timing und "fischte" die Kugel mehrfach vor den gegnerischen Angreifern aus der Luft. Tolle Fußabwehr gegen Giovani dos Santos nach einer halben Stunde. Hatte Glück, dass Chicharito aus kurzer Distanz über das Tor schoss. Gegen die von Minute zu Minute stärker werdenden Mexikaner war ter Stegen ein starker Rückhalt, der im zweiten Durchgang bis kurz vor dem Ende eigentlich nicht mehr benötigt wurde, weil die Mexikaner viel zu ungenau zielten. Beim Distanzschuss von Fabian war der deutsche Torhüter chancenlos, danach dann noch mit starken Paraden.

Joshua Kimmich (Abwehr): Auf der ungewohnten Position des Innenverteidigers in der Dreier-Abwehrkette solide. Hatte in der Anfangsphase genug Zeit und Mut, sich immer wieder in das Aufbauspiel einzuschalten und seine bei den Gegnern gefürchteten Pässe in die Nahtstellen zu spielen. Auch wenn ihm dabei ein wenig die Präzision fehlte, ist Kimmich eine tragende Säule in dieser Nationalmannschaft. Später nur noch in der Abwehrarbeit gebunden, die er mit viel Einsatz, aber auch kleineren Fehlern insgesamt ordentlich meisterte.

Antonio Rüdiger (Abwehr): Der Römer gab erneut den Chef in der Abwehrzentrale. Der 24-Jährige stand oft goldrichtig, um Schüsse abzublocken oder wichtige Zweikämpfe zu gewinnen. Seine körperliche Präsenz war wichtig, um den Angriffen des Gegners die nötige Widerstandsfähigkeit entgegenzusetzen. Sehr solider und souveräner Auftritt.

Matthias Ginter (Abwehr): Konzentrierte Leistung des Dortmunders, der sich dieses Mal keinen Sekundenschlaf leistete. Der 23-Jährige war hellwach in den Zweikämpfen, geschickt im Stellungs- und unaufgeregt im Aufbauspiel. Eine seiner besseren Leistungen im Nationaldress.

Benjamin Henrichs (Mittelfeld): Der 20-Jährige zeigte in der Defensive zunächst ein paar kleinere Unkonzentriertheiten, in der Offensive präsentierte er sich allerdings bärenstark. Der rechte defensive Außenbahnspieler überraschte mit seiner mutigen Vorstellung, bereitete das 1:0 mit einem wohlüberlegten Querpass vor und legte auch Werner noch einen Ball großartig auf. Hatte sogar selbst eine gute Möglichkeit in der ersten Hälfte, zögerte aber einen Moment zu lange. Auch in der zweiten Hälfte stark und routiniert, aber nicht mehr ganz so auffällig.

Leon Goretzka (Mittelfeld, bis 67. Min.): Was für eine Dynamik, was für eine Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor. Tolle Schusstechnik bei der Direktabnahme zum 1:0, großartiges Auge beim Vollstrecken unmittelbar vor dem mexikanischen Keeper zum 2:0. Dauerhafter Antreiber im deutschen Mittelfeld, dem anscheinend nie die Luft ausgeht. Allerdings wurde auch er nach der deutlichen Führung zwischenzeitlich etwas zu passiv. Drehte nach Wiederbeginn aber noch einmal richtig auf und war wieder kaum zu halten von den Mexikanern. Eine insgesamt überragende Leistung des Schalkers.

Sebastian Rudy (Mittelfeld): Der Neu-Münchner leistete viel Lauf- und Defensivarbeit, aber sein bester (Fußball-) Tag war es nicht gerade. Rudy gelang es nicht, dem deutschen Aufbauspiel entscheidende Akzente zu verleihen. Vielmehr fehlte dem 27-Jährigen in den Offensivaktionen die Bindung zum Spiel. Zudem fiel er meist als sichere Ballstation in der zentralen Defensive aus, wodurch die Mexikaner immer wieder viel zu schnell in Ballbesitz kamen und sofort Druck ausüben konnten.

Jonas Hector (Mittelfeld): Der defensive linke Außenbahnspieler verhedderte sich in der ersten Hälfte häufiger mal, machte aber immerhin keinen entscheidenden Fehler. Seine sonst so große Ballsicherheit ging ihm gegen die Mexikaner aber ein wenig ab. Der Kölner erhielt allerdings auch wenig Hilfe vom vor ihm agierenden Draxler. Zu seinen Flankenläufen konnte Hector so gut wie gar nicht ansetzen, weil er mit seiner Abwehrarbeit mehr als genug zu tun hatte. Nur einmal lief er seinen Gegnern davon und bereitete prompt das 3:0 vor.

Julian Draxler (Mittelfeld, bis 81. Min): Unglückliche erste Hälfte des Kapitäns, der zwar bemüht und engagiert war, aber immer wieder an sich selbst und seinen kleinen technischen Fehlern scheiterte. Der Pariser wirkte phasenweise fast übermotiviert, es war ihm anzumerken, dass er etwas bewegen wollte. Aber gelingen sollte es ihm nicht. Immerhin ging er dazu über, sich in die Defensivarbeit seines Teams einzubringen. Im zweiten Durchgang endlich effektiv mit einem tollen Pass in die Tiefe auf den gestarteten Hector, der das 3:0 vorbereitete. Für diese Momente wird der 23-Jährige von den Trainern so geschätzt. Aber wie so oft wird man bei Draxler das Gefühl nicht los, dass er noch deutlich mehr zeigen könnte.

Lars Stindl (Angriff, bis 78 Min.): Der Gladbacher ließ sich immer wieder ins Mittelfeld fallen, um sich anspielen zu lassen. War lauf- und zweikampffreudig. Zunächst auffällig mit schönen Pässen in die Spitze und großer Ballsicherheit. Mit zunehmender Spieldauer gelang es dem 28-Jährigen aber auch nicht mehr, die Kugel in der Offensive zu sichern. Schöner Steilpass in Hälfte zwei auf Werner, danach auch wieder läuferisch ähnlich aktiv wie im ersten Durchgang. Ordentlicher Auftritt des Mönchengladbachers.

Timo Werner (Angriff): Tolle Vorarbeit des Leipzigers vor dem 2:0, der Pass auf Goretzka war perfekt. Vergab kurz danach noch selbst eine große Möglichkeit. Im Anschluss riss bei ihm kurzzeitig der Faden. Ihm misslangen einige Abspiele und der 21-Jährige war auch kaum noch ins Spiel eingebunden. Kam deutlich wacher aus der Kabine zurück, vergab aber auch in der zweiten Hälfte alleine vor dem mexikanischen Tor. Beim 3:0 brauchte er den Ball nur noch ins leere Tor zu schieben. Aber da muss ein Stürmer erstmal am richtigen Ort zur richtigen Zeit sein. In der Folge mehrfach brandgefährlich, aber glücklos.

Emre Can (Mittelfeld, ab 67. Min): Kurz nach seiner Einwechslung für Goretzka mit einer Gelben Karte bedacht, weil er etwas zu hart und übermotiviert in einen Zweikampf mit Marquez gegangen war. Brachte nochmal neuen Schwung ins deutsche Spiel und bereitete das 4:1 von Younes vor. Der 23-Jährige war ein belebender Faktor und rechtfertigte seine Berücksichtigung.

Julian Brandt (Angriff, ab 78. Min.): Hätte sich sogar noch eine große Chance herausarbeiten können, ein technischer Fehler bei der Ballmitnahme verhinderte dies. Ansonsten fleißig, aber unauffällig.

Amin Younes (Mittelfeld, ab 81. Min.): Der Offensivspieler nutzte sofort seine erste Torchance und erzielte das 4:1. Ansonsten half er fleißig in der Defensive mit, um einen weiteren Gegentreffer zu verhindern.

Stand: 29.06.2017, 17:03 Uhr

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