Geraint Thomas fährt ins Gelbe Trikot

1. Etappe - Samstag, 1. Juli

Geraint Thomas fährt ins Gelbe Trikot

Der große Traum von Tony Martin ist nicht in Erfüllung gegangen. Der Zeitfahr-Weltmeister wurde beim Auftakt der Tour de France in Düsseldorf Vierter und musste dem Briten Geraint Thomas den Sieg im Einzel-Zeitfahren überlassen. Es gab im Regenwetter auch schon einen folgenschweren Sturz.

Auf der nach Dauerregen glatten Straße absolvierte Katusha-Fahrer Martin den 14 Kilometer langen Kurs durch Düsseldorf in 16:12 Minuten und rangierte damit hinter Sky-Profi Thomas (16:04), Stefan Küng vom Team BMC (16:07) und Vasil Kiryienka (Sky, 16:11) auf Rang vier. "Die Enttäuschung ist unendlich groß. Das ist sehr schade für mich. Das war die einmalige Chance, in Gelb zu fahren. Die Chance ist jetzt vorbei", kommentierte ein restlos enttäuschter Martin im Ziel.

Martin hatte bei der Zwischenzeit nach der Hälfte des Rennens noch knapp in Führung gelegen, musste bei Dauerregen im zweiten Abschnitt aber den Verhältnissen Tribut zollen und fiel noch zurück. Ebenso wie Martin kam auch Mitfavorit Primoz Roglic nicht zu Siegerehren. Der Slowene rutschte mit einer Zeit von 16:56 Minuten sogar noch erheblich weiter ab.

Einige Gesamtfavoriten weit zurück

Geraint Thomas

Erster Mann in Gelb: Geraint Thomas

Zu denken musste das Auftakt-Einzelzeitfahren auch einigen Favoriten um den Gesamtsieg geben. So kassierte Richie Porte (Team BMC) mit 16:51 Minuten einigen Rückstand, Nairo Quintana (Movistar) fuhr 16:52, Alberto Contador war bei 16:57 sogar noch etwas schwächer. Christopher Froome hingegen hielt sich mit 16:16 Minuten dagegen eher schadlos und verschaffte sich schon einen kleinen Vorsprung auf die Konkurrenten um den Gesamtsieg.

Valverde verletzt sich schwer und scheidet aus

Ein bitteres Ende nahm das Eröffnungszeitfahren für das Movistar-Team um Mitfavorit Quintana. Ausgerechnet dessen Edelhelfer Alejandro Valverde stürzte schwer, musste ins Krankenhaus transportiert werden, wo ein Bruch der linken Kniescheibe sowie eine tiefe Fleischwunde diagnostiziert wurden. Damit wird Quintana in den nächsten drei Wochen eine ganz wichtige Stütze nicht zur Verfügung stehen.

Aus deutscher Sicht konnte als Erster Nikias Arndt ein Ausrufezeichen setzen, als er als einer der ersten Fahrer den Kurs mit 16:20 Minuten durchfuhr und damit zunächst die Spitzenposition übernahm. "Ich bin froh, dass es jetzt endlich losgeht. Und meine Beine haben sich heute gut angefühlt. Ich hoffe, dass es so weitergeht", meinte der 25-Jährige später. Arndts Bestzeit hielt fast eine Stunde, bis der Italiener Matteo Trentin (Quick Step) in 16:14 Minuten eine neue Marke setzte.

Buchmann mit vielversprechendem Auftakt

Youngster Emanuel Buchmann, einer der großen Hoffungsträger des Teams Bora-hansgrohe für die Bergetappen, hatte sich mit 16:44 etwas schwerer getan, was für ihn aber okay war: "Das ist ja hier ein brettflacher Kurs, also nicht unbedingt meine Spezialität. Dafür war's okay", so der 24-Jährige.

Paul Martens fuhr im Trikot des niederländischen Teams Lotto NL-Jumbo ebenso 16:44 Minuten und zeigte sich beeindruckt von der Kulisse: "Es ist ein großartiges Gefühl mit den Menschenmassen am Streckenrand. Und das bei dem Wetter, da habe ich wirklich ein wenig Mitleid. Ich brauchte ja nur 20 Minuten durch den Regen fahren, die Fans stehen da stundenlang drin. Respekt!"

Sütterlin und Politt leicht enttäuscht

Genau eine Sekunde länger als Martens benötigte der Kölner Nils Politt, der eine große Fangemeinde am Streckenrand hinter sich wusste. Der Dritte der Deutschen Meisterschaften gilt als Zeitfahr-Spezialist und startet ebenfalls wie Tony Martin für das Katusha-Team.

Möglicherweise war er mit seiner Endzeit nicht ganz zufrieden und saß damit sicherlich im gleichen Boot wie Jasha Sütterlin. Der deutsche Zeitfahr-Vizemeister, der am Morgen beim Training leicht gestürzt war, hätte sich sicherlich eine etwas bessere Zeit als die am Ende ebenfalls erreichten 16:45 Minuten gewünscht. "Schade, ich wollte eigentlich unter die ersten Zehn fahren. Aber nach dem Sturz am Morgen war ich wohl etwas zu vorsichtig", meinte Sütterlin.

Zabel gestürzt

Eine unliebsame Begegnung mit dem Asphalt machte Rick Zabel, der in einer langgezogenen Linkskurve wegrutschte und stürzte. "Etwas zu übermotiviert", kommentierte der Sohn von Sprinter-Legende Erik Zabel lakonisch seine Endzeit von 18:18 Minuten.

Am Sonntag (02.07.17) schließt der Start der zweiten Etappe den Grand Depart in Düsseldorf ab. Das 203,5 Kilometer lange Teilstück führt über Neuss, Mönchengladbach und Aachen hinaus aus Deutschland und endet mit besten Aussichten auf einen Massenspurt im belgischen Lüttich. Damit würden die Topsprinter um Marcel Kittel, André Greipel und Peter Sagan erstmals in den Mittelpunkt rücken.

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Fahrerwertung

Name P
1. Geraint Thomas 16:04
2. Stefan Küng + 5
3. Vasil Kiryienka + 7
4. Tony Martin + 8
5. Matteo Trentin + 10
6. Christopher Froome + 12
7. Jos Van Emden + 15
8. Michal Kwiatkowski + 15
9. Marcel Kittel + 16
10. Edvald Boasson Hagen + 16
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