Sachsenring - nur Folger macht Hoffnung

Jonas Folger

Heimrennen für deutsche Motorrad-Piloten

Sachsenring - nur Folger macht Hoffnung

Sandro Cortese von der Rolle, Marcel Schrötter und Philipp Öttl Durchschnitt: Vor dem Heimrennen am Sachsenring stehen die deutschen Motorrad-Piloten in der Gesamtwertung schlecht da. Nur Jonas Folger macht Hoffnung.

Einmal Achter, einmal auf Platz 14, ansonsten nie in den Punkten. Nach acht Rennen liegt Motorrad-Pilot Sandro Cortese in der WM mit zehn Zählern abgeschlagen auf Rang 21. Es läuft einfach nichts zusammen in diesem Jahr. Der Rennfahrer befindet sich inmitten einer "Katastrophensaison", wie er selbst sagt.

"Muss ganz schnell etwas passieren"

Schon im fünften Jahr ist der siebenmalige Grand-Prix-Sieger für Intact GP in der Moto2-Klasse unterwegs, dem Team aus Memmingen, das eigens für ihn gegründet wurde. Bald könnte es ohne Cortese weitergehen. Die Zukunft des einstigen Weltmeisters steht vor seinem Heimrennen am Wochenende am Sachsenring völlig in den Sternen, ein Abschied aus der Motorrad-WM wird mit jedem schlechten Ergebnis wahrscheinlicher.

Deshalb schaut der sich der 27-Jährige schon nach Alternativen um, eine Möglichkeit wäre die Superbike-WM. Dort fährt seit diesem Jahr sein Kumpel Stefan Bradl. "Wir wissen noch nicht, wie es mit ihm weitergeht. Auf jeden Fall muss ganz schnell etwas passieren, sonst sieht es schlecht für ihn aus", sagt Jürgen Lingg, einer der drei Teameigner und Technischer Leiter.

Vom Weltmeister zum Sorgenkind

Vor fünf Jahren sah die Welt noch ganz anders aus. Da feierte Cortese auf dem Traditionskurs bei Hohenstein-Ernstthal den bislang letzten deutschen Sieg - keine dreieinhalb Monate später hatte er den Moto3-Titel in der Tasche. Seitdem hat der Allgäuer kaum noch für positive Schlagzeilen gesorgt. Ein Erfolgserlebnis in Sachsen, beim letzten Rennen vor einer fünfwöchigen Sommerpause, wäre enorm wichtig. "Ich versuche jetzt, den WM-Lauf auf dem Sachsenring zu genießen und das Beste draus zu machen", sagt Cortese.

Auch Öttl im Tief

Teamkollege Marcel Schrötter hat Cortese längst das Wasser abgegraben, doch er reist auch nur als WM-13. zum Sachsenring. Bisher hat er nur zwei Top-Ten-Ergebnisse eingefahren. In einem Tief steckt auch Moto3-Pilot Philipp Öttl. Er ist seit fünf Rennen nicht mehr in die Top Ten gefahren und schaffte das in dieser Saison erst zweimal. Zurzeit liegt er in der Gesamtwertung auf Platz zwölf.

Folger schnell etabliert

Hoffnung macht dagegen MotoGP-Neuling Jonas Folger. Er kann das letzte Rennen vor der Sommerpause ziemlich sorgenfrei angehen. Die erste Hälfte seiner Premierensaison in der Königsklasse verlief ausgezeichnet, bei den Großen hat er sich schnell etabliert.

Was dem Gesamt-Zehnten bislang noch fehlt, ist das eine richtige Highlight. Ein Ergebnis in den Top 5 zum Beispiel oder vielleicht sogar ein Podiumsplatz. Vielleicht sogar am Wochenende? "Ich muss gar nicht sagen, dass ich mich auf den Sachsenring freue. Das ist in jeder Saison ein besonderes Rennen, aber diesmal hat es noch mehr Bedeutung, weil ich in der MotoGP fahre", sagt Folger. Und der Oberbayer rechnet sich etwas aus: "Wir können in Deutschland eine gute Leistung zeigen. Ich werde mein Bestes geben, um die Fans stolz zu machen."

Stand: 29.06.2017, 11:15

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