Wimbledon - die deutschen Tennis-Damen im Formcheck

Angelique Kerber ist mit ihrem Spiel unzufrieden

Kerber und Lisicki hoffen wieder

Wimbledon - die deutschen Tennis-Damen im Formcheck

Bei Angelique Kerber lief es zuletzt nicht mehr rund, noch viel schlimmer ist aber die Talfahrt von Sabine Lisicki. Vor dem Start des Wimbledon-Turniers haben beide Tennis-Damen aber wieder Hoffnung - ein Form-Check.

Angelique Kerber

Rechzeitig vor dem Start des Rasen-Klassikers in Wimbledon hat sich die Weltranglisten-Erste Angelique Kerber wieder fit gemeldet. Die Kielerin geht auch an der Generalprobe in Eastbourne an den Start. Kerber hatte zuvor das Tennis-Turnier in Birmingham wegen erneuter Probleme am linken Oberschenkel kurzfristig abgesagt.

In den vergangenen Tagen hatte die in diesem Jahr bislang kriselnde Nummer eins der Welt aber auf Mallorca bereits wieder trainiert. "Ich fühle mich gut. An den ersten Tagen hatte ich ein paar Probleme mit dem Oberschenkel, die sind aber zum Glück beseitigt", sagte die 29-Jährige. Für die topgesetzte Kerber geht es in Wimbledon auch um die Verteidigung ihrer Spitzenposition in der Weltrangliste. French-Open-Finalistin Simona Halep aus Rumänien hat den Rückstand immer weiter verkürzt.

Julia Görges

Julia Görges hat zuletzt beim Rasenturnier auf Mallorca jede Menge Selbstvertrauen für Wimbledon gesammelt. Woran auch David Prinosil seinen Anteil hat. Der Ex-Profi, während seiner aktiven Karriere ein Spezialist auf Rasen, zählte in Spanien erstmals zum Trainerteam von Görges und weckte bei ihr die Lust für Tennis auf diesen speziellen Untergrund.

Jahrelang hatte Görges auf Rasen kein Match gewonnen. Dann hatte sie auf der Ferieninsel durch ein 4:6, 6:3, 3:6 gegen die an Position zwei gesetzte Lettin Anastasija Sevastova ihren dritten Sieg auf der WTA-Tour nur knapp verpasst. Für die Weltranglisten-45. war es das siebte Finale ihrer Karriere, aber das erste auf Rasen - was für Wimbledon hoffen lässt.

Mona Barthel

Für Mona Barthel verlief die Rasensaison bisher nicht nach Plan. In Nottingham schied sie schon in der ersten Runde aus, auf Mallorca scheiterte sie im Achtelfinale. Das Jahr 2017 war für Barthel bisher ein Auf und Ab. Im Mai triumphierte sie überraschend beim WTA-Turnier in Prag und machte in der Weltrangliste 26 Plätze gut, bei den French Open schied sie aber kurz danach in der ersten Runde aus. Und in Wimbledon? Als Rasen-Spezialistin gilt Barthel nicht, noch nie kam sie im Einzel über Runde zwei hinaus.

Carina Witthöft

Bei den French Open schied Carina Witthöft schon in der dritten Runde aus, musste damit aber nicht unzufrieden sein. Denn schließlich war sie in Paris die beste Deutsche und hatte mit der an Nummer zwei gesetzten Tschechin Karolina Pliskova Lospech. Auch beim Rasenturnier im niederländischen 's-Hertogenbosch präsentierte sie sich zuletzt in guter Form und stieß bis ins Viertelfinale vor.

Annika Beck

Von Annika Beck war vor Wimbledon wenig zu hören. Eigentlich wollte sie bei den Rasenturnieren in 's-Hertogenbosch, auf Mallorca und in Eastbourne an den Start gehen, sagte dann aber alle drei Turniere ab. Ob sie in Wimbledon überhaupt dabei sein kann, ist fraglich.

Andrea Petkovic

Kurz vor Wimbledon ist für Andrea Petkovic Land in Sicht. Ausgerechnet auf dem von ihr ungeliebten Rasen beendete sie ihre Pleitenserie auf der WTA-Tour. Die ehemalige Weltranglistenneunte aus Darmstadt kam nach sechs Erstrundenniederlagen in Folge im niederländischen 's-Hertogenbosch immerhin bis ins Achtelfinale.

Tatjana Maria

In Paris zeigte sich die 29-jährige Tennis-Mama formstark. Während ihr kleines Töchterchen Charlotte schlief oder im Profi-Kindergarten von Roland Garros spielte, kam Maria bis in die dritte Runde und scheiterte dort erst an der späteren Finalistin Simona Halep. Rasen ist allerdings nicht gerade ihr Top-Belag: In Wimbledon ist die Drittrunden-Teilnahme aus dem Jahr 2015 ihr größter Erfolg.

Sabine Lisicki

Die zuletzt von Verletzungen geplagte Sabine Lisicki tritt "ohne Erwartungen" an. "Ich komme immer noch zurück, ich muss mich immer noch hocharbeiten", sagte sie. Zuletzt hatte Lisicki auf Mallorca bei ihrem Comeback nach siebenmonatiger Verletzungspause und einer langen sportlichen Krise das Viertelfinale erreicht.

Die frühere Wimbledonfinalistin setzt jetzt wieder auf ihren Vater Richard als Trainer. "Ich war so lange raus und wusste auch nicht, wann ich zurückkommen kann. Ich glaube, dass ich deshalb einfach zu dem zurückkehren wollte, was funktioniert hat, einfach 'back to the roots', wie man so schön sagt. Wir waren erfolgreich zusammen, wir waren im Wimbledon-Finale, ich war die Nummer zwölf. So etwas gibt einem auch unglaublich viel Sicherheit."

vdv | Stand: 28.06.2017, 08:30

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