Wimbledon - die deutschen Tennis-Herren im Formcheck

Alexander Zverev

Große Erwartungen an Alexander Zverev

Wimbledon - die deutschen Tennis-Herren im Formcheck

In den vergangegen Jahren hat es in Wimbledon immer wieder positive Überraschungen aus deutscher Sicht gegeben. Die größten Erwartungen lasten diesmal auf Alexander Zverev - ein Form-Check.

Alexander Zverev

Mit Statistik muss er sich ja nicht befassen. Die besagt nämlich, dass Alexander Zverev bislang noch nie bei einem Grand-Slam-Turnier über die erste Woche hinaus gekommen ist. In Paris zuletzt war sogar gleich die erste Runde die Endstation, und das, nachdem er zuvor im Finale von Rom noch Rafael Nadal geschlagen hatte.

Dass ihm auch Rasen gut liegt, hat "Sascha" Zverev gerade in Halle bewiesen. Er stürmte bis ins Finale, war dort allerdings gegen Roger Federer chancenlos und unterlag 1:6, 3:6. Dennoch hat ihm diese Woche Mut gemacht: "Das Fazit aus Halle ist positiv. Ich denke, ich kann in Wimbledon viele Matches gewinnen und weit kommen. Weiter, als ich das je bei einem Grand Slam getan habe."

Mischa Zverev

Das Turnier in Halle dient auch als Mutmacher für den "großen Bruder": Für Mischa Zverev war auf dem Rasenbelag in Westfalen zwar schon im Achtelfinale Schluss, aber auch sein Gegner hieß Roger Federer - und beim 6:7, 4:6 war er der Überraschung deutlich näher als Alexander.

Der Linkshänder, der aktuell in den Top 30 der Welt platziert ist und damit seine höchste Karrierestufe erreicht hat, machte in diesem Jahr mit dem Viertelfinale in Australien nachhaltig auf sich aufmerksam. In Wimbledon erreichte er 2008 mal die dritte Runde - danach kam dort nichts mehr von ihm.

Philipp Kohlschreiber

Das einzige, was man bei Philipp Kohlschreiber sicher weiß: Bei ihm weiß man nie. Er kann jederzeit in der ersten Runde ausscheiden, aber auch immer wieder einen "raushauen": so wie vergangenes Jahr in München bei seinem Turniersieg über Dominic Thiem. In Halle hat er 2011 seinen einzigen Rasen-Titel geholt, Wimbledon war zuletzt nicht mehr sein Ding: 2016 und 2015 war die Auftaktrunde auch seine letzte.

Jan-Lennard Struff

Vor einem halben Jahr gelang Jan-Lennart Struff einer der größten Coups seiner Karriere: Der Davis-Cup-Spieler bezwang auf Hartplatz in Paris den frischgebackenen US-Open-Champion Stanislaw Wawrinka und damit erstmals in seiner Laufbahn einen Top-Drei-Spieler der Welt. In Wimbledon hat er bislang nur 2013 die erste Runde überstanden, danach war dreimal frühzeitig Schluss - so wie auch in der vergangenen Woche in Halle.

Florian Mayer

Wenn er den Rasen riecht, geht es aufwärts. Florian Mayer hat in Halle gerade immerhin das Viertelfinale erreicht - und war dann eines der deutschen Opfer von Roger Federer. Das Stehaufmännchen des deutschen Tennis stand schon vor 13 Jahren einmal unter den Top Acht in Wimbledon, 2012 gelang ihm dieses Kunststück erneut. Im Vorjahr siegte Mayer übrigens in Halle, bezwang im Halbfinale Dominic Thiem und dann im Endspiel Alexander Zverev.

Dustin Brown

Bei dem Deutsch-Jamaikaner mit den Rasta-Locken fing sogar die seriöse Times mal das Dichten an: "In einem der besten Zweitrunden-Matches der Grand-Slam-Geschichte und vor einem Publikum, das sich in einer surrealen Fantasie wähnte, fing Dustin Brown die Strahlen der Sonne ein und wurde ein Gott." Das war nach seinem Spektakel-Sieg gegen Rafael Nadal vor zwei Jahren, und den Belag kann er: 2016 gewann er in Manchester ein Challenger Turnier, auch im laufenden Jahr hat der Serve-and-volley-Spieler eine positive Bilanz auf seinem Lieblingsuntergrund.

horni | Stand: 29.06.2017, 08:00

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